Meisterschwanden: Die «Villa im Pärkli» wird saniert
Die Villa am Meierhofweg wurde 1860/70 als Bauernhaus mit Wohnteil und Scheune erbaut. Das langgezogene Gebäude wurde mehrfach umgebaut und erhielt seine heutige Gestalt um 1930. Die Villa befindet sich inmitten einer neu gestalteten parkähnlichen Anlage. Im Anschluss zum direkt angrenzenden Neubau mit Klinkerfassade wird nun auch das historische Gebäude sorgfältig saniert.
Als Bauherrschaft tritt die Konro Immo GmbH aus dem luzernischen Horw auf, als Projektverfasserin die Xaver Meyer AG aus Villmergen. Deren Projektleiter Filippo Lo Iudice sagt: «Die Fassade mit der rundgiebligen Dachlukarne und der dekorativen neubarocken Zementputz-Pilaster-Gliederung prägt das Erscheinungsbild der Villa. Ebenso bedeutend für die Ausstrahlung sind die um 1900 entstandenen floralen Muster der Farbverglasungen beim Treppenhaus, Anbau (Laubenzimmer) und an der filigranen Eisenveranda, die Zeitzeugen des Jugendstils sind.» Ein differenziertes Farbkonzept soll dem historischen Bau zu neuem Glanz verhelfen. Das Gerüst steht, die Fassadensanierung läuft seit Mitte September letzten Jahres. «Vieles schaut auf den ersten Blick intakt aus, doch der Naturstein – verwendet wurde regionales Gestein wie Muschelkalk und Sandstein - bröckelt, was gewisse Arbeiten nach sich ziehen wird.»
Mehr als nur ein bisschen Pinselanstrich
«Im Innern wird ein grosser Teil der historischen Elemente ertüchtigt: Beispielsweise Parkettbodenbeläge, Holzverkleidungen sowie ein Windfang im Erdgeschoss mit integrierten Butzengläsern an Pendeltüre und Seitenwänden», führt Filippo Lo Iudice aus. Sämtliche Fenster wurden Ende September ersetzt, es wird jedoch keine energetische Sanierung durchgeführt.
Die schönen Schlosserarbeiten, welche die SIA-Vorschriften nicht mehr erfüllen (Absturz- u. Kindersicherungen) und zum Teil rosten, müssen ertüchtigt oder ersetzt werden. Auch die filigrane Veranda, welche unter Gebäudesubstanzschutz steht und deshalb erhalten werden muss, wird einen enormen Aufwand generieren. Die Fundationen sind nicht mehr stabil, die Geländer erfüllen die Sicherheitsnormen nicht. «Bei dieser Sanierung werden wir sehr viele Lösungen in Absprache mit den Experten der Gemeinde und des Ortbild- respektive Denkmalschutzes kurzfristig vor Ort entscheiden müssen. Hier handelt es sich um viel mehr als nur ein bisschen Pinselanstrich!»
Im Frühling kommt das Gerüst weg
Die Fassadenarbeiten sind bis auf einen kleinen Teil im EG fertiggestellt. Im Dachgeschoss wurden das Dach ertüchtigt sowie die Dachfenster ersetzt, im Innern gab es keine Eingriffe. Im OG konnte der Innenausbau von einer der zwei Wohnungen bereits abgeschlossen werden (3 ½ und 2 ½-Zimmer). «Im Erdgeschoss steht das Gerüst noch, bis die Sanierung der Veranda abgeschlossen ist. Der Unterbau war komplett marode und muss ersetzt werden. Sobald das Geländer angebracht und die historischen Gläser eingesetzt werden, kann die Fassade fertiggestellt und das Gerüst abgebaut werden.» Im Innern kann der Grundputz im Februar aufgebracht werden, danach folgen Abrieb und Innenausbau der zwei Wohnungen (2-Zimmer sowei grosszügige 4 ½-Zimmer). Die restaurierten Jalousien werden im Frühling montiert. Die aufwändige Sanierung dürfte Ende Juni abgeschlossen sein.












